Estrich-Trocknung nach Wasserschaden: Profi-Anleitung & Gerätetipps

Shownotes

  • Warum Estrichtrocknung nach Wasserschaden unverzichtbar ist
  • Vorbereitung: Sichtprüfung, Schadensanalyse & Schimmelentfernung
  • Bohrarbeiten: richtige Vorgehensweise und Bohrschema
  • Schlauch- & Gerätetechnik: Gekkufix, Multi-Filter-Box, Wasserabscheider
  • Raumlufttrocknung zur Unterstützung
  • Betrieb & Überwachung: Laufzeit, Feuchtigkeitsmessung, Dokumentation
  • Nachbereitung: Verschließen der Bohrlöcher & Neuaufbau
  • Häufige Fehler vermeiden – Tipps vom Profi
  • Vorteile einer fachgerechten Estrichtrocknung

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Auszüge aus „Estrich Trocknung nach Wasserschaden: Ein technischer Leitfaden“:

Anleitung: Technische Trocknung der Estrichdämmschicht nach Wasserschaden

1. Vorbereitung

• Sichtprüfung: Schadensumfang feststellen und betroffene Räume markieren.

• Schimmelbefall: Vor Beginn sichtbare Schimmelstellen an Wand- und Bodenflächen fachgerecht entfernen und desinfizierend reinigen.

• Bodenbeläge: Entfernen (werden durch Bohrungen beschädigt). Klebereste am Estrich wolkenförmig anschleifen, damit Diffusionsfähigkeit gegeben ist.

• Fußbodenheizung: Heizungsrohre per Thermographie orten, um Beschädigungen beim Bohren zu vermeiden.

• Randdämmstreifen:

◦ Wenn möglich umlaufend vollständig entfernen.

◦ Falls nicht möglich: Alle 1 m einen 10–20 cm langen Abschnitt herausnehmen, damit die Luft unter dem Estrich frei zirkulieren kann.

• Raum schließen: Türen und Fenster geschlossen halten.

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2. Bohrarbeiten (Bohrschema & Ausführung)

• Grundregel: Kein Abstand zwischen Wand und Bohrloch oder zwischen zwei Bohrlöchern darf größer als 2,5 m sein. Optimal sind ≤ 2 m.

• Beispiele:

◦ 4 × 4 m Raum: 1 Bohrloch mittig reicht aus (Abstand zu allen Wänden = 2 m).

• 8 × 8 m Raum: 9 Bohrlöcher im 3 × 3 Raster (bei 2 m, 4 m, 6 m in beide Richtungen). So beträgt der maximale Abstand zur Wand oder zum nächsten Loch ≤ 2 m.

• Ausführung:

◦ Mit Kernbohrkrone 1–2 cm in den Estrich bohren.

◦ Rest vorsichtig mit Hammer und Meißel öffnen (Heizkreise schonen).

◦ Bis in die Dämmschicht und auf die Bodenplatte öffnen.

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3. Schlauch- und Gerätetechnik

• Gekkufix-Schlauchsystem: Alle Bohrlöcher miteinander verbinden.

• Multi-Filter-Box: Gekkufix an den gekennzeichneten Anschluss der Box anschließen.

• Seitenkanalverdichter (z. B. SKV S5): Kurzschlauch zwischen Multi-Filter-Box und SKV.

• Leistungsrichtwert: bis 40 m² im Vakuumverfahren pro Gerät.

• Größere Flächen: mehrere Geräte parallel einsetzen (gesamten Nassbereich gleichzeitig trocknen).

• Wasserabscheider WA5 PH (bei stehendem Wasser):

◦ Vor die Multi-Filter-Box schalten.

◦ Integrierte Pumpe führt Wasser via Schlauch zu einem Abfluss (Waschbecken, Dusche, WC).

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4. Raumlufttrocknung

• Zusätzliche Kondenstrockner/Bautrockner im Raum aufstellen (Anzahl nach Raumgröße/Feuchteniveau).

• Dauerbetrieb, täglich entleeren; dabei gleich Sichtkontrolle der Trocknung durchführen.

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5. Betrieb & Überwachung

• Laufzeit: Geräte 24/7 für ca. 2–3 Wochen; bei stehendem Wasser 3–4 Wochen.

• Messungen (1× wöchentlich):

◦ Widerstandsmessung über Randstreifen/Bohrlöcher mit Flach-Elektroden, z. B. Gann Hydromette UNI 2.

◦ Ergebnisse dokumentieren (Messprotokoll).

• Protokolle:

◦ Messprotokoll (Feuchtewerte, Messpunkte, Datum).

◦ Energieverbrauchsprotokoll (Zählerstände aller Geräte bei Auf- und Abbau).

6. Nachbereitung

• Demontage: Geräte und Schläuche abbauen und gründlich reinigen (keine Sporen/Bakterien auf Folgebaustellen).

• Bohrlöcher: Mit Korken verschließen und anschließend verspachteln.

• Renovierung: Nach vollständiger Trocknung Neuaufbau der Beläge.

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